Dienstag, 22. September 2009

Nettleworld bankrott

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als auf der Plattform Utopia Heinrich Kranz seine Idee von einem Gemeinschaftsunternehmen vorstellte. Er verschenkte eigene Aktien seines Unternehmens, es wurde eine Gruppe dazu gegründet, diskutiert, gehofft, geträumt. Viele waren begeistert, euphorisch, ließen sich Aktien schenken und kauften wieder welche, um sie an Freunde und Bekannte weiterzuverschenken. Brennesselfasern, Klimarettung, Gemeinschafts-AG, das klang alles so unglaublich, faszinierend, toll, und irgendwie auch ermutigend. Ich selbst habe natürlich auch Aktien gekauft und an meine Freunde verschenkt, hier war tatsächlich mal ein Unternehmer, der weiterdachte, der Verantwortung übernahm und nicht nur geldgeil und korrupt war, so meine Gedanken.

Heute bekam ich die Info, die AG ist insolvent, die Aktien quasi wertlos, die Utopie von einem Gemeinschaftsunternehmen hinfällig. Das ist nicht das Schlimmste, aber genau solche Aktionen sind Gift für Utopisten, die sich aufrichtig bemühen etwas aufzubauen und aufgrund solcher Reinfälle natürlich nur auf Misstrauen und Spott treffen. Heinrich Kranz ist damals einfach verschwunden, von der Plattform Utopia, als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, etc. Er hatte nicht mal den Mut und den Anstand, uns direkt von den Entwicklungen zu informieren, nicht mal Rückgrat genug, für seine Fehler geradezustehen. Und Nachfragen in der Gruppe blieben auch vage und undurchsichtig, ich wartete also erstmal ab, bis heute.

Im Nachhinein hätte man natürlich schlauer sein können, ich überlege, ob das Unternehmen nicht schon zum damaligen Zeitpunkt marode war und die verschenkten Aktien eigentlich ohnehin wertlos. Doch ich will mich nicht von so einem kleinen, armseligen Würmchen davon abhalten lassen, an das Gute im Menschen zu glauben. Es ist ein Einzelfall, sehr bedauerlich, aber letztlich nur für ihn selbst beschämend. Die vielen Utopisten, die wie ich an seine Idee geglaubt haben, werden weitermachen, da bin ich überzeugt. Das allein lässt mich zuversichtlich in die Zukunft schauen und kraftvoll an den eigenen Projekten weiterarbeiten.

2 Kommentare:

Am/um 14. September 2011 um 09:23 , Anonymous Anonym meinte...

Liebe Inga,

du hast und zeichnest hier ein völlig falsches Bild von Heinrich Kranz, dem Gründer der Firma! Als sich die ersten Erfolge einstellten und Garne und Stoffe sowie Textilien aus der einheimischen Breeenessel bekannter wurden, bekam Herr Kranz ein Kaufsangebot von einer mächtig grossen Firma, deren Namen ich hier nicht nennen will, welches er ablehnte. Nach dieser Ablehnung verschenkte er sein Aktien und hoffte, dass die vielen Stimmberechtigeten, die natürlich voll hinter seiner Idee standen, ihn unterstützen und verhindern könnten, dass der Firma der Garus gemacht würde. Denn Herr Kranz wusste, wie gefährlich es ist, so ein Kaufangebot abzulehnen..... ES wurden Intriegen gesponnen, er wurde als Vorstand der AG, seiner eigenen Firma vor die Tür gesetzt und die Firma wurde platt gemacht....

 
Am/um 14. September 2011 um 16:09 , Anonymous Inga Wocker meinte...

kann sein dass mein Bild falsch ist, kann sein dass deine Darstellung stimmt, keine Ahnung, ich habe damals (das liegt jetzt alles ja schon über 2 Jahre zurück) bestimmt nicht vorschnell und unüberlegt diesen Text geschrieben, im Gegenteil, ich habe sämtliche mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kanäle genutzt, um zu verstehen, was da passiert ist, habe sogar noch Leute aus seinem Umfeld, die noch auf Utopia zu finden waren gefragt, doch wie gesagt, es blieb undurchsichtig. Ich bleibe daher dabei, selbst wenn es so gelaufen ist, wie du es hier darstellst, wäre es das mindeste gewesen, uns als ganz neue Aktionäre über die Vorgänge entsprechend zu informieren, Transparenz ist gerade bei solchen Unternehmungen, wo man neue Wege geht, absolut wichtig und notwendig.

 

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