Samstag, 20. Juni 2009

Brief an Vattenfall
per mail an info@vattenfall.de und über Kontaktformular geschickt, und an taz, FAZ und Bild:

Ich bitte um die Weiterleitung dieser Mail an den Vorstand Herrn Hatakka, Herrn Dr. Meyer und Herrn Bekker, sowie an den Aufsichtsrat Herrn Prof. Josefsson, herzlichen Dank.


Sehr geehrte Herren,

können Sie es tatsächlich verantworten, das AKW Krümmel wieder in Betrieb zu nehmen? Können Sie ruhig schlafen mit der Vorstellung, dass im Umkreis ihres AKWs zahlreiche Leukämiekranke leben und sterben werden? Reicht es Ihnen tatsächlich, dass ein unabhängiges Gutachten Ihnen bestätigt, dass es keinerlei Zusammenhang gibt und es sich daher wohl um einen "Zufall" handeln muss?

"Kernkraftwerk ist an sich schon Strahlenschutz
Aufsichtsbehörden und Vattenfall haben unabhängig voneinander festgestellt, dass unsere Kernkraftwerke nur eine minimale Strahlung nach außen abgeben. Höchstens 0,1 Prozent natürliche Strahlung sondern unsere Kernkraftwerke an die umliegende Bevölkerung ab. Somit sind gesundheitliche Auswirkungen ausgeschlossen. Zum Vergleich: Die Belastung beim Röntgen liegt ungefähr 50-mal höher." (www.vattenfall.de)

Geröntgt werde ich, wenn ich einen Unfall hatte oder krank bin, also vielleicht 2-10x im Leben, der vielleicht tatsächlich nur geringen Zusatzbelastung von 0,1 Prozent sind die Anwohner aber 365 Tage im Jahr ausgesetzt, d.h. ihr Immunsystem muss täglich eine kleine Mehrarbeit leisten, um das zu kompensieren. Durch dauerhafte, ständige Einwirkungen werden auch ganze Gebirge abgetragen und wachsen Tropfsteinhöhlen. Können Sie da unabhängig von Ihrem Vattenfallverstand, sondern einfach mal als klar denkender Mensch wirklich keinerlei Zusammenhang sehen?

Ich habe in der Onkologie gearbeitet, ich weiß, was es heißt Leukämie zu haben, massive Therapien durchzustehen, jahrelang in der Angst vor einem Rückfall oder einer Verschlechterung zu leben und früher oder später doch daran zu sterben. Ich weiß auch wie klinische Studien verlaufen, welche Interessen oft dahinterstecken, wie mit Ergebnissen umgegangen wird und wie Statistiken missbraucht werden. Glauben Sie ernsthaft, es ließen sich aus der aktuellen Lage nicht auch ganz andere Schlüsse ziehen?

Und selbst wenn das Restrisiko unendlich gering wäre, ein Super-GAU wie Tschernobyl ist mit keiner Statistik der Welt zu 100 Prozent auszuschließen. Wollen Sie dann dafür geradestehen müssen? Sie hätten meine höchste Achtung, wenn Sie Verantwortung übernehmen und auf Atomkraft verzichten würden. Ein kleiner Schritt für Sie, ein großer Schritt für die Menschheit.

In diesem Sinne alles Gute, Mut und Entschlossenheit.
Mit freundlichem Gruß
Inga Wocker

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