Dienstag, 10. November 2009


Eine Episode aus "Mellis Kampf"

Ja bin ich denn für alles zuständig hier? Muss ich wie wild hin und hergallopieren damit endlich mal jemand sieht, was hier für Dramen und Katastrophen passieren?

Aaaaaalso, gestern stand da so eine Nachbarkuh auf der Weide nebenan und muhte herüber. Ihr Kälbchen war weg, und sie lief rum und suchte danach. Unsere Kuhbande stand natürlich direkt am Zaun und muhte mitleidig zurück, immerhin sind sie ja alle zusammen. Aber mehr konnten sie nicht, nur muhen und die Köpfe hängen lassen, und die Esel auch, nur dastehn und rüberglotzen. Aber da muss man doch etwas TUN! Immerhin gelang es mir schließlich mit meinem wilden Herumgetrappel nicht nur meine Kameradin Wierna aufzuscheuchen und auf Trab zu bringen, sondern auch unsere Futterfrau, sie ging rüber und fragte nach.

Und jetzt hört euch das an: Die Kuh hatte am Tag vorher ein Kälbchen zur Welt gebracht, wie süüüüüß, aber da sie ja eine Milchkuh ist, ist ihre Milch natürlich anderweitig verplant, nämlich für die großen Menschenbabys. Also hat man Mutter und Kind getrennt, die Kuh zur restlichen Herde auf die Weide geschickt und das Kalb zu den Kleinen in den Stall. Da wird es jetzt mit Pulvermilch aufgepäppelt. Als Kuh wird es dann vermutlich auch irgendwann eine Milchkuh werden und Jahr für Jahr ein Kälbchen gebären und wieder weggenommen bekommen, als Bulle wird es gemästet und früher oder später geschlachtet werden.

Und so ist die ohnmächtige Entrüstung der Nachbarkuh, die nun bereits einige Kälbchen geboren und verloren hat nur allzu verständlich. Und ich kann nur gallopieren und gallopieren und gallopieren. Jetzt seid ihr dran.

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