Freitag, 11. Juni 2010

Projekt Streuobstwiese
ist das zu schaffen?
(Stand 11.6.2010)


Im letzten Winter sind direkt auf dem Weideland neben meinem Hof, das ursprünglich auch zum Hof gehörte, von der Besitzerin aber nicht verkauft, sondern weiter verpachtet wurde, 5 alte Apfelbäume gefällt worden. Ich kam leider zu spät, als sie bereits zersägt dalagen. Auf mein Nachfragen, ob sie denn morsch oder umsturzgefährdet waren, erfuhr ich, dass es sich nur um Nachschub für Feuerholz handele. 8 Obstbäume stehen jetzt noch, aber ich vermute, dass sie spätestens nächsten oder übernächsten Winter dran sind...



Mir kam spontan die Idee, die ca. 1-2 ha zu kaufen und noch weitere alte Obstbäume dort zu pflanzen, so dass eine Streuobstwiese entsteht, die Pflanzen und Tiere ein Zuhause bieten könnte. Doch wie meist - Money, money, money...

***

Nachdem ich in der Zeitung einen Artikel zur Bingostiftung gelesen hatte (NEZ 22.5.10), dachte ich natürlich gleich an mein Projekt, ich rief an um anzufragen, ob eine Förderung in meinem speziellen Fall überhaupt möglich sei. Ich sprach mit einem netten Herrn, sagte ihm sofort, wo die Knackpunkte liegen - Einzelperson, keine Gemeinnützigkeitsbestätigung o.ä. noch unklar, ob es überhaupt verkauft wird - doch er meinte, ich solle ihm auf jeden Fall mal die Eckdaten mailen, das tat ich, zusammen mit einigen Bildern von Bäumen und Grundstück.

***

Sehr geehrter Herr Vorberg,

hier wie bereits telefonisch mit Ihnen besprochen, die Eckdaten zum geplanten Projekt Streuobstwiese:

Nachbargrundstück mit alten Apfelbäumen
Diesen Winter bereits 4 davon gefällt
(noch übrig 8, die vermutlich die nächsten Winter drankommen werden)

Daher meine Projektidee, das Grundstück zu erwerben, um
1. die restlichen Apfelbäume und weitere alte Bäume zu erhalten und
2. zu einer Streuobstwiese mit alten Obstbaumsorten auszubauen

Streuobstwiesen zählen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas (weitere Infos Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Streuobstwiese)
Mögliche Kooperationspartner evtl. Gemeinde Oberndorf, NaBu Cadenberge

Für eine bessere Anschaulichkeit füge ich noch eine PDF-Datei mit Bildern von Grundstück und Bäumen bei.

Ich bin allerdings nicht so sehr am Umweltpreis interessiert, sondern an einer Projektförderung, denn "gewinnen" sollen lieber die Bäume, nicht ich.

Ich würde mich jedenfalls riesig freuen, wenn es mit Ihrer finanziellen Hilfe gelingen würde, dieses Projekt zu realisieren. Weitere Fragen beantworte ich selbstverständlich gerne. (eMail: info@patchworkhof.de oder F: 04772/860452)

Mit freundlichem Gruß und danke
Inga Wocker

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Sehr geehrte Frau Wocker,

auf Ihre Anfrage zur Möglichkeit der Teilnahme an den ausgeschriebenen Umweltpreis mit dem Thema des Schutzes der von Ihnen vorgestellten Streuobstwiese muss ich Ihnen leider mitteilen, dass eine Bewerbung die Rahmenbedingungen des "Wettbewerbs" nicht einhalten würde.

Jedoch sehen wir Potenzial in dem Anliegen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir uns verstärkt dem Schutz und der Entwicklung von Streuobstwiesen und alten Kulturbaumsorten widmen wollen. Eine Antragsstellung für eine Projektförderung ist grundsätzlich möglich, sofern der Antragssteller seinen Sitz in Niedersachsen hat und gemeinnützig ist und dabei sein Zweck den Zielen des Projektes entspricht. Ferner ein käuflicher Erwerb des Grundstücks nicht förderfähig. Möglicherweise besteht aber die Möglichkeit zur Pachtung oder Schenkung?! Bei der Stiftung wären dann die Aufwertungsmaßnahmen o.ä. beantragbar.


Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Vorberg

Niedersächsische Bingostiftung
für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit

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Sehr geehrter Herr Vorberg,

NEZ 22.5.10 (Zitat) Die Förderung von Freien Ökologischen Jahren (FÖJ) sowie Projekten aus der Umweltbildung beanspruchen etwa drei Viertel der Fördergelder. Projekte, die den praktischen Naturschutz in den Mittelpunkt rücken, am besten mit nachhaltiger Wirkung, stehen deshalb ganz oben auf der Liste der förderwürdigen Umweltprojekte. Wer Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten schaffen will, Anpflanzungen, Biotop-Einrichtungen, Landschaftspflege oder die naturnahe Gestaltung von Außenspielanlagen im Sinn hat, der ist bei der Bingostiftung an der richtigen Adresse.

Alles heiße Luft?

Dass ich eine Einzelperson bin und damit nicht ins vorgegebene Schema passe, habe ich bereits am Telefon gesagt, dass ich an dem Wettbewerb nicht interessiert bin, habe ich Ihnen gemailt, dass mein Projekt trotzdem gemeinnützig sein wird, ist offensichtlich. Wenn es trotzdem aus "formaljuristischen Gründen" nicht geht, hätten Sie mir das auch bereits am Telefon sagen können. Und auf Ihre verständnisheischende Erklärung, dass Sie in dieser Organisation ja auch nur ein kleines Rädchen sind und sowas nicht allein entscheiden können, verzichte ich hiermit.

Glauben Sie allen Ernstes ich pachte die Fläche, pflanze noch weitere Bäume an und lasse sie mir dann von den Besitzern mit einem "Dankeschön, das wär aber nicht nötig gewesen" absägen? Sie kennen sich wohl auch nicht aus, wem was gehört und wer was darf in solchen Fällen? Ansonsten reden wir hier von Weideland, d.h. einem qm-Preis von ca. 1.- also bei 1-2 ha rund 20.000.- und einen Teil könnte ich schließlich auch aufbringen. Und wenn ich dann lese, dass Sie Projekte im 6stelligen Eurobereich fördern und groß verkünden "jedes Projekt ist wichtig", dann ist das wirklich lachhaft.

Die Bäume werden gerettet, so oder so! Ich ärgere mich nur, dass ich tatsächlich wieder mal so naiv war anzunehmen, dass es außer mir auch noch irgendjemand anderen interessieren könnte.

Mit freundlichem Gruß
Inga Wocker

weiterer Verlauf

1 Kommentare:

Am/um 3. September 2010 um 23:12 , OpenID baumgaertel meinte...

Hallo,

eine Freundin von dir hat mir von deinem Problem Projekt Streuobstwiese berichtet.

Wäre ja echt schade um die Bäume und die Wiese - zumal so ein Biotop auf der roten Liste steht.

Wenn ich die Lage richtig verstehe, ist die Fläche der Vermieterin relativ egal - abgesehen vom Brennholz der Bäume (Wahnsinn...), der Pächter möchte möglichst unkompliziert und einfach seine Wiese mähen.

Warum dann nicht anbieten. die Fläche der Streuobstwiese selbst zu mähen?

Das muss du ja nicht alleine machen. Eine Kooperation mit dem NABU wäre sicher möglich. Oder: Selbst eine kleine Projektgruppe mit Freiwilligen gründen, die sich um die Fläche kümmert. Viel Pflegeaufwand ist ja nicht nötig: Maximal vier Schnitte im Jahr.

Bleibt noch das Problem mit dem Brennholz: Viel Brennholz - vor allem aus nachhaltiger Sicht - ist an acht Obstbäumen ja nicht dran. Dies könnte man ja ersetzten. Entweder auch aus Holz von Pflegearbeiten des NABU oder durch eigenen Einschlag. Sturmholz, das selbst aus dem Wald geholt werden muss ist meist günstig vom Bauern oder Förster zu bekommen. Vielleicht gibt es ja auch einen Bio-Bauernhof mit Forst in der Nähe, oder das Forstamt, der/das für den Erhalt der Streuobstwiese ein paar Raummeter Brennholz spendet.

Ansonsten würde ich auch mal mit der örtlichen Naturschutzbehörde sprechen. Vielleicht suchen die sogar eine solche Fläche als Ökologie-Ausgleichsfläche. Oft werden Streuobstwiesen für solche Zwecke sogar extra angelegt.

Ich hoffe ich konnte mit den Tipps zum Erhalt der Steuobstwiese ein bisschen beitragen.

würde mich freuen, wenn du mich über den aktuellen Stand auf dem laufenden hältst.

LG aus HH

 

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