Sonntag, 9. Dezember 2007

Der Mensch ist ein Einzelner. Er kommt allein auf die Welt und stirbt allein. Er kann nicht allein leben, das ist klar, er kommt in eine Welt, in der bereits viele andere Menschen sind und mit denen er zurechtkommen und sich arrangieren muss. Das jedoch heißt nicht, sich nur stillschweigend einzuordnen und anzupassen.

Oft wird vergessen, welche Macht und welchen Einfluss gerade der Einzelne hat bzw. hätte, wenn er sich das klarmachen und dementsprechend handeln würde. Das soziale Umfeld scheint eine bedingungslose Einordnung in die bestehenden Verhältnisse zu fordern, z.B. um den Arbeitsplatz zu erhalten, angesehen und anerkannt zu werden, oft jedoch zu dem Preis, individuelle Fähigkeiten und Talente, ja das eigene Denken und Entscheiden aufgeben oder verleugnen zu müssen.

Ist es Trägheit, die viele Menschen dazu verleitet, sich wie die Mehrheit zu verhalten?Ist es Faulheit, weil man nicht selbst nachdenken möchte und den unbequemen Weg scheut, zu seiner eigenen Meinung zu stehen und sie anderen gegenüber vertreten zu müssen?Ist es Gedankenlosigkeit, einfach so weiterzumachen wie zuvor, weil man es kennt, sich nicht umstellen will, Angst vor dem Neuen, Unbekannten hat und weil es bisher doch auch funktioniert hat?

Oft entschuldigen wir uns, indem wir darauf verweisen, dass es nichts nutzt, wenn ich als Einzelner mich richtig verhalte oder meine Gewohnheiten umstelle oder etwas Neues versuche, wenn alle anderen weitermachen wie bisher. Was bringt ein einzelner Tropfen sauberes Wasser in einer Kloake? Was ein einzelner Unbewaffneter in einer Räuberbande? Ein einzelner Fußgänger in der Autokolonne?

Vielleicht anfangs tatsächlich nichts, aber denken wir an die SOS-Kinderdörfer, das Rote Kreuz, Menschen für Menschen, von Einzelnen begonnen und inzwischen anerkannte Beispiele für Mitmenschlichkeit, gegenseitige Hilfe und Verantwortungsbewußtsein, Beispiele dafür, dass es auch anders geht. Wenn ich mich mich dafür entscheide, mir eine bessere Welt zu wünschen und dafür mein Möglichstes tue, leiste ich meinen Beitrag dazu, ein kleiner Schritt, ein wichtiger Schritt, unabhängig davon, wie lange der Weg dorthin sein wird.

Ich will mir nicht vorwerfen müssen, dass ich nichts getan habe, nur weil ich mich nicht getraut habe, mich von der Mehrheit abzuheben und zu meiner Überzeugung zu stehen.

Ich will mir nicht vorwerfen müssen, mich resigniert zurückgezogen zu haben, nur weil mir die Umstände so aussichtslos erschienen und mein Beitrag so furchtbar klein.

Ich will mir nicht vorwerfen müssen, entgegen meiner Überzeugung geschwiegen und stillgehalten zu haben, nur weil es mir zu mühsam und sinnlos erschien, meinen Standpunkt zu verteidigen und dafür zu arbeiten.

Do your part and go

Ich gehe daher los, schaue nicht nach hinten und warte nicht auf die anderen, die noch zögern oder sich nicht recht trauen oder sich nicht entscheiden können. Überzeugen kann ich nur, wenn ich selbst losgehe, und zwar unabhängig davon, ob mir jemand folgt oder nicht. Und ich garantiere, damit werde ich überzeugen. Und wenn ich nur einen Einzelnen damit zum Nachdenken bringe, wird es vorwärtsgehen.

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