Donnerstag, 15. Juli 2010

Zwiespalt bei Protestmailaktionen

kein Tropenholz in Travemünde

Das Ostseeheilbad Travemünde plante für die Neugestaltung seiner Strandpromenade Bänke und Podeste aus Tropenholz. Im Rahmen einer Aktion von Rettet den Regenwald im April gingen 14.942 Protestmails bei den Verantwortlichen ein, auch die Presse berichtete ausführlich. Im Stadtrat wurde daraufhin durchgesetzt, dass heimische Hölzer verwendet werden sollen. Nun wird geprüft, ob Holz aus dem Lübecker Stadtwald eingesetzt wird.

(aus: Regenwald Report, Zeitschrift von Rettet den Regenwald e.V.)

Diese Art von Nachrichten hinterlassen in mir immer sehr zwiespältige Gefühle:

Klar ist es toll, wenn sich so viele Menschen engagieren und Protestmails schreiben und noch toller, wenn sie damit sogar erfolgreich sind. Aber müsste nicht eigentlich schon ein einziger Hinweis auf die Problematik von Tropenholz heutzutage ausreichen, damit vernünftig denkende Stadträte diesen Plan kopfschüttelnd ad akta legen und zur Besinnung kommen?

Ich erwarte ja gar nicht, dass Menschen in verantwortungsvollen Positionen über alles und jedes bescheid wissen, aber ich erwarte schon, dass sie Argumenten und Einwänden gegenüber aufgeschlossen sind, die sich auf Nachhaltigkeit und Umwelt beziehen, und sich nicht erst unter dem Druck der Masse zu sinnvolleren Entscheidungen "durchringen". Denn ab wann ist die kritische Grenze erreicht, bei 2.000, 5.000, 10.000 oder noch mehr Mails? Und finden sich soviele Protestmailer auch, wenn es um die Bänke in Hintertupfing geht? Oder wenn keine Zeitung darüber berichtet?

Tropenholz ist ein absolutes No-Go, wenn man in der Politik tatsächlich Vorbildfunktion übernehmen will, und dementsprechend sollten auch Entscheidungen getroffen werden.

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