Dienstag, 22. November 2011

Patchwork-News 22.11.11

Kurz erzählt
Die letzten News sind schon eine ganze Weile her, was teilweise auch daran liegt, dass mein Laptop erst virusinfiziert war, dann total den Geist aufgab, und als der neue da war, verabschiedete sich mein Internetrouter, daher also diesmal ein eher überblicksartiger Abriss, damit alle wieder halbwegs auf dem Laufenden sind. Wie angekündigt sind die ersten Bäume und Sträucher auf der Ministreuobstwiese gepflanzt, auch im Garten sind neue Hecken und Bäume dazugekommen, seit einigen Wochen mache ich Hartkäse, erste Kostproben leider nicht vor Anfang 2012, ich habe spontan meinen Geburtstag mit Familie und Nachbarn gefeiert, quasi als kleines Dankeschön, weil es dieses Jahr furchtbar viel zu helfen gab, und natürlich war ich auch auf der "berühmt-berüchtigten" Zeltfete und hab wild getanzt...

Tiere
Anfang September zog Huhn Berta mit ihren 3 Küken ein, inzwischen sind sie schon recht groß, haben sich gut eingelebt und Stall und Garten in Beschlag genommen. Malwine hat ein neues Zuhause bei einem Bauern in der Nähe gefunden und sich mit den älteren Kühen dort gut arrangiert, ihre Trächtigkeit ist aber offensichtlich zurückgegangen, sie bullt wieder. Yukio ist beim Nachbarn untergekommen, hat einen großen Weideauslauf und darf Bulle sein. Tessa und Lisa sind nach den ganzen Umzügen noch auf die Sommerweiden gekommen, mit den Pferden gings allerdings nicht, daher waren sie eine Weile mit den Eseln zusammen, das lief gut, allerdings vermissten die Esel ihre Pferdekumpanen, so dass die beiden jetzt extra laufen, aber immer in Sichtkontakt zu den anderen. Dementsprechend habe ich auch die Winterweide geteilt und zusammen mit meinem Nachbarn - danke Heiner - einen neuen Übergang vom hinteren auf den größeren vorderen Teil gebaut. Den kleinen Tümpel habe ich ausgegrenzt, da sich dort laut Georg Ramm vom NaBu doch schon ein überraschend lebendiges Biotop entwickelt hat, das jetzt nicht von den Kühen vermatscht werden soll.

Hof und Heu
Zumindest ein Teil des Heus ließ sich wider Erwarten noch retten, ist aber deutlich weniger und schlechter als die beiden Jahre davor, daher musste ich rechtzeitig noch zukaufen. Vorher jedoch hatte ich die Handwerker da, um den Mittelteil des Dachbodens in Ordnung zu bringen, den oberen Schornsteinteil abzutragen und die schlechtesten 3 Dachplatten zu erneuern, damit das Dach für den Winter dicht ist. Leider krachten dann bei den Arbeiten noch 3 weitere Dachplatten ein, die natürlich ersetzt werden mussten, und auch der First wurde provisorisch abgedichtet. Dementsprechend dauerte es länger als erwartet und wurde deutlich teurer... Inzwischen ist gut die Hälfte des bestellten Heus bereits geliefert, der neue Mittelteil voll und mein Konto (fast) leer :-)))

Oberndorf
In der Dorferneuerung sind wir einige große Schritte vorangekommen, das Forum findet jetzt immer am 5. des Monats statt, ein Info- und Arbeitstreff und offen für neue Projekte/Ideen, die Genossenschaft steht kurz vor der Gründung, und die erste Photovoltaikanlage ist für 2012 geplant, es bleibt also weiterhin spannend. Ich bin in den Gemeinderat gewählt worden und habe mich der Bürgerliste angeschlossen, denn als einzige Vertreterin der Grünen hätte ich ansonsten wohl die nächsten 5 Jahre nur Rumpelstilzchen spielen können. Auch so wird es als Oppositionsgruppe mit 4 zu 7 Stimmen vermutlich ziemlich frustrierend , daher versuche ich gerade, mir ein ziemlich dickes Fell zuzulegen. Zur konstituierenden Sitzung hatte ich mir z.B. hoffnungsvoll eine ganze Liste mit Alternativvorschlägen für die neue Gemeinderatsordnung gemacht, wurde jedoch bereits im Vorfeld zurückgepfiffen - das ist die Realität, doch vielleicht finde ich ja noch die versteckte Hintertür...

Am Wochenende ist Weihnachtsmarkt hier in Oberndorf.
Euch allen eine schöne Adventszeit.

Montag, 14. November 2011

Weltbild - Absurdes Theater

Inga Wocker, Hasenfleet 8, 21787 Oberndorf, F: 04772/860452, info@patchworkhof.de


Verlagsgruppe Weltbild GmbH
Herrn Carel Halff (persönlich)
Steinerne Furt 70

86131 Augsburg

13.11. 2011

Sehr geehrter Herr Halff,

Ich bin seit Jahren ein sehr treuer und bisher auch sehr zufriedener Weltbildkunde. Was Ihre Mitarbeiter jedoch die letzten Wochen veranstalten ist leider für mich inzwischen nicht mehr nachvollziehbar und unzumutbar geworden, so dass ich mich genötigt sehe, Ihnen den Fall in seiner ganzen Absurdität kurz zu schildern. Da ich inzwischen gezwungenermaßen Ihrem Unternehmen sehr viel Zeit in der Warteschleife und im Gespräch mit Ihrem Kundenservice geopfert habe, ist es sicher nicht zuviel verlangt, wenn ich im Gegenzug nun Ihre Zeit in Anspruch nehme, denn als Leiter sollten Sie wissen, dass „Kundenservice“ meiner Meinung nach doch ein klein wenig anders aussieht.

Ich hatte mich – erstmalig – spontan am Telefon entschlossen, an einer Ihrer Weltbild Sammlereditionen teilzunehmen. Die erste Lieferung (ein Armband und ein Steinanhänger) sollte 9,99 Euro kosten, anschließend würden mir in den Folgelieferungen weitere Steinanhänger geschickt, die ich behalten oder zurückschicken könnte. Mir wurde versichert, dass ich diese Sammlung jederzeit telefonisch beenden könnte und dass ich noch eine schriftliche Bestätigung dieser Bestellung erhalten würde.

Gleichzeitig wurde ich gefragt, ob ich auch noch etwas anderes bei Weltbild bestellen wolle, und da ich kurz zuvor den neuen Katalog durchgesehen hatte, nutzte ich die Gelegenheit und bestellte auch noch eine Tierdecke für 24,99 Euro. Kurz darauf traf beides ein, mit getrennten Rechnungen und Überweisungsträgern, und dementsprechend überwies ich die beiden Beträge am 28.9.11 auch getrennt.

Eine schriftliche Bestätigung der Sammleredition-Bestellung bekam ich nicht, stattdessen eine Mahnung, in der es hieß, 24,99 Euro für die Tierdecke seien noch nicht überwiesen. Ich setzte mich daraufhin sofort am 10.10.11 mit Ihrem Kundenservice in Verbindung und wurde direkt zur Buchhaltung weitervermittelt. Die 24,99 Euro waren – wohl aus Versehen - als Zahlung für die zweite Sammlereditionlieferung gebucht worden, die ich zu diesem Zeitpunkt jedoch noch gar nicht zugeschickt bekommen hatte.

Zur Klärung dieses offensichtlichen Missverständnisses bat man mich um eine Kopie meines Kontoauszugs, den ich daraufhin gleich anschließend - noch am selben Tag – mit einem kurzen Vermerk zum Telefonat verschickte und aus dem klar hervorgeht, dass ich die beiden fraglichen Beträge getrennt und auf verschiedene Konten überwiesen hatte.

Da ich erst aufgrund dieser Missverständnisse eher zufällig die Information bekam, dass die Folgelieferungen der Sammleredition deutlich teurer sind als die erste Lieferung, kündigte ich sie sofort am 12.10.11 telefonisch beim Kundenservice der Sammleredition.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich wie gesagt lediglich die erste Lieferung bekommen und bereits bezahlt. Die zweite kam dann jedoch trotz Kündigung gut eine Woche später, im Zeitalter von Computerarbeit und damit zeitgleicher Datenaktualisierung also sicherlich kein Versehen durch Informationsüberschneidung.

Auch auf die folgende zweite Mahnung hin setzte ich mich am 25.10.11 sofort erneut mit Ihrem Kundenservice in Verbindung. Obwohl ich die Decke längst bezahlt hatte, sollte ich jetzt den Betrag erneut überweisen, er würde mir dann auf meinem Kundenkonto „gutgeschrieben werden“ - eine überaus beeindruckende Logik und wahrhaft reife Meisterleistung Ihres Servicemitarbeiters... Zur Rücksendung der zweiten Lieferung, die ich bereits gekündigt hatte und nicht wollte, wurde mir ein Rücksendeaufkleber versprochen, der allerdings auch erst wieder eine Woche später eintraf, so dass ich die Lieferung – völlig unverschuldet – erst am 1.11.11 zurückschicken konnte.

Ich habe seit einer halben Ewigkeit alles bezahlt (siehe Kontoauszug), die zweite Lieferung längst zurückgeschickt (siehe Retourenbeleg) und jetzt erhalte ich? Na? Die dritte Mahnung! Mit Androhung der Übergabe an ein Inkassobüro, mit bereits dazuaddiertem Mahngebührenzuschlag, mit der Aussicht auf weitere 15 Euro Mahngebühr, weiterer Folgekosten, etc. etc.

Ich frage Sie:
Ist es kundenfreundlich, einen offensichtlich internen Buchungsfehler dem Kunden in die Schuhe zu schieben?
Ist es kundenfreundlich, eine Mahnung nach der anderen zu versenden und die Reaktionen und Klärungsversuche des Kunden völlig zu ignorieren?
Ist es kundenfreundlich, wenn man Zeit (2 Telefonate mit entsprechenden Warteschleifen und langen Diskussionen, kopieren, Briefe schreiben) und Geld (0180er-Servicenummer, Porto, drohende Mahn- und Inkassogebühren) opfern muss für eine im Grunde doch recht simple Bestellung bzw. Stornierung?
Ist es kundenfreundlich, fast wie ein Verbrecher behandelt zu werden, obwohl man ordnungsgemäß bezahlt, gekündigt, zurückgesandt und keine Mühen gescheut hat, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen?

Ich bin normalerweise ein recht verständnisvoller und geduldiger Mensch, jeder macht mal Fehler, wir sind schließlich alle nicht vollkommen, doch dieser Fall erinnert mich sehr an absurdes Theater.

Ich bitte Sie daher, beenden Sie dieses „Warten auf Godot“, ich habe keine offenen Rechnungen bei Ihnen und habe mir auch sonst nichts zuschulden kommen lassen. Löschen Sie umgehend mein Kundenkonto, denn dass ich sicherlich keine große Lust auf weitere Bestellungen habe, dürfte Ihnen wohl klar sein.

Dieser Brief wird im Internet in meinem Blog erscheinen und an Bild.de geschickt werden, sollte ich weitere Mahnungen, Forderungen o.ä. erhalten, werde ich die Angelegenheit meinem Rechtsanwalt übergeben. Es ist traurig, dass ich zu solch rabiaten Maßnahmen greifen muss, doch nach den bisherigen „Erfolgen“ meiner Kundenservice-Telefonate erscheint mir ein weiteres Gespräch mit Ihren Mitarbeitern so sinnlos wie einem Ochsen ins Horn petzen.

Mit freundlichem Gruß

Inga Wocker


Nachtrag:

Mittwoch, 16.11. lag der Rückschein des Einschreibens im Briefkasten, nachmittags um 17 Uhr ein Anruf von Weltbild mit überschwenglichem Sich-in-den-Dreck-Werfen, tausend Entschuldigungen, wie dumm das aber auch gelaufen sei, etc. Dann, ganz dick aufgetragen, wird auch noch ein Guthaben von 9,95 € auf meinem Kundenkonto entdeckt und großzügig auf 15 € aufgerundet (mal sehn, ob/wann es dann tatsächlich auf meinem Konto ankommt).

Natürlich bin ich froh, dass ich aus der Sache jetzt raus bin, doch gleichzeitig bleibt ein schaler Nachgeschmack - Muss man tatsächlich immer erst so massive Geschütze auffahren?